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„Geteilt wie Deutschland“ - Ein Psychogramm der Figur Wolfgang Zieger aus Martin Walsers Novelle „Dorle und Wolf“

GRIN Verlag,
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Kurzbeschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,7, Universität Augsburg (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Martin Walser – Ausgewählte Werke, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Martin Walser wird oft vorgeworfen, die Charaktere seiner Werke seien.

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Hauptbeschreibung

Titel: „Geteilt wie Deutschland“ - Ein Psychogramm der Figur Wolfgang Zieger aus Martin Walsers Novelle „Dorle und Wolf“
Autoren/Herausgeber: Christine Reff
Ausgabe: 1., Auflage

ISBN/EAN: 9783638023429

Seitenzahl: 14
Produktform: E-Book
Sprache: Deutsch

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,7, Universität Augsburg (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Martin Walser – Ausgewählte Werke, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Martin Walser wird oft vorgeworfen, die Charaktere seiner Werke seien zu konstruiert und mit Symbolen überladen. Eine Figur, bei der dies offensichtlich der Fall ist, ist Wolf Zieger in der 1987 erschienenen Novelle „Dorle und Wolf“.
Walser zieht in diesem Roman eine starke Parallele zwischen der deutschen Teilung und seinem Protagonisten Wolf, indem er Wolf als einen Menschen beschreibt, der in psychischer Hinsicht so zerrissen ist wie Deutschland in geographischer: Wolf Zieger ist hin und her gerissen zwischen der DDR und der BRD, zwischen seiner Frau Dorle und seiner Geliebten Sylvia und legt auch in anderen Dingen ein etwas zwiespältiges Verhalten an den Tag. Er ist die Personifikation des Themas der Novelle: der deutschen Teilung.
Wolfs innere Zerrissenheit, das Gefühl der Spaltung, häufig zwischen etwas, das er als gut ansieht, und etwas, das ihm verwerflich scheint, führt dazu, dass seine Gedanken und Handlungen für den Leser nicht immer nachvollziehbar und verständlich sind. Oft entsteht der Eindruck, Walser ließe seine Hauptfigur einzig und allein nach dem Prinzip der Zerrissenheit agieren. Die Gespaltenheit Wolfs Charakters soll als eine Konsequenz der deutschen Teilung und des dadurch bedingten Identitätsverlustes dargestellt werden.
Doch die starre Darstellung Wolfs als einen in jeder Hinsicht gespaltenen Menschen führt dazu, dass er als Charakter unglaubwürdig und unverständlich wird. Oft wird nicht klar, warum Wolf wie handelt. Es scheint manchmal sogar so, als wisse er es selbst nicht so genau. Nicht nur Wolfs Handeln, sondern auch seine Emotionen scheinen sehr verworren und undeutlich. Oft schlagen sie ohne offensichtlichen Grund von einem Extrem ins andere um.
Im Folgenden soll nun Wolf Ziegers Charakter näher betrachtet und analysiert werden, vor allem im Hinblick auf seine innere Zerrissenheit, die, wie schon erwähnt, eine besonders wichtige Rolle spielt.
Wolfs Verhältnis zu seiner Frau Dorle ist auf der einen Seite geprägt von Liebe, auf der anderen von Ehebruch und Rücksichtslosigkeit, z.B. auf ihren Kinderwunsch. Außerdem vernachlässigt er sie zugunsten seiner Spionagearbeit.
Wolfs Liebe ist ziemlich unbeständig. Er selbst empfindet die Sache so, als ob er Dorle immer nur dann liebt, wenn er sie nicht bei sich hat, das heißt, wenn er bei seiner Geliebten Sylvia ist. Wolf ist nicht dazu bereit, das Verhältnis zu Sylvia zu beenden, obwohl ihn Gewissensbisse quälen und er sich selbst für seinen Ehebruch verurteilt.

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