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Aufsätze zum Verhältnis von Faktum und Fiktion in Literatur und Sprache

Der 2. Weltkrieg in der Literatur, der 11. September 2001 in der Literatur, Persönliche Ereignisse in der Literatur, Essays zu Sprache und Schrift

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Kurzbeschreibung

Sammelband aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Universität Erfurt, Sprache: Deutsch, Abstract: Zu Anfang soll geklärt werden, wodurch Jurek Becker zu diesem, seinem wohl größten Werk
inspiriert wurde und welche Aspekte es für eine tiefergehende Rezeption durchaus zu beachten
gilt.
Eine Äquivalenz.

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Schlagworte
Hauptbeschreibung

Titel: Aufsätze zum Verhältnis von Faktum und Fiktion in Literatur und Sprache
Autoren/Herausgeber: René Ferchland
Ausgabe: 1., Auflage

ISBN/EAN: 9783640464685

Seitenzahl: 105
Produktform: E-Book
Sprache: Deutsch

Sammelband aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Universität Erfurt, Sprache: Deutsch, Abstract: Zu Anfang soll geklärt werden, wodurch Jurek Becker zu diesem, seinem wohl größten Werk
inspiriert wurde und welche Aspekte es für eine tiefergehende Rezeption durchaus zu beachten
gilt.
Eine Äquivalenz der Schwerpunkte des Romans hinsichtlich der Auseinandersetzung mit dem
Judentum, der Darstellung eines jüdischen Ghettos und Jurek Beckers erste Lebensjahre in
einem solchen ist augenscheinlich. Doch kann man das 1967 von Jurek Becker geschriebene
Drehbuch „Jakob der Lügner“ wirklich als einen autobiografischen Verarbeitungsversuch betrachten?
Als Versuch also, das Gefühl des Einzelnen in einer großen Masse – eingesperrt,
überwacht und mundtot – in den eigenen Kontext zu setzen und dadurch eine Eigenrehabilitation
herbeiführen zu wollen? Man sollte meinen, dass dies nahe liegt, doch war der Autor für
rekapitulierbare, explizite Erinnerungen an ein solches Ghettoleben zu jung; es handelt sich
hier um den Zeitraum ab seiner Geburt, also 1937 bis zum Jahre 1939.
Trotz oder gerade aufgrund nicht vorhandener Erinnerungen ist es Becker ein Bedürfnis, in
eine solche Welt einzutauchen, was ihm mithilfe der Schriftstellerei zu gelingen vermag, denn
„ohne Erinnerungen an die Kindheit zu sein, das ist, als wärst du verurteilt, ständig eine Kiste
mit dir herumzuschleppen, deren Inhalt du nicht kennst“.
Ein weiterer Aspekt für die Romangrundlage ist sicherlich die Geschichte, die der Autor von
seinem Vater Max Becker erfahren hat. Dieser bat ihn im Anschluss, über jemand Außergewöhnliches
zu schreiben. Die Geschichte: „Ich habe einen Mann gekannt, der hat im Ghetto Radio gehört. Weißt du, was das bedeutet? Das war bei Todesstrafe verboten. Der hat Radio
London oder Radio Moskau oder was weiß ich gehört und hat die guten Nachrichten weiter verbreitet, und das ist solange gegangen, bis ein Spitzel ihn denunziert hat, und dann ist er erschossen
worden“. Sowohl das Motiv des Radios als auch der vermeintliche Held und dessen
tragisches Ende haben Becker derart beeinflusst, dass er sein Drehbuch stark daran anlehnte.
Dass der Held in Beckers Umsetzung den Namen Jakob trägt, ist kein Zufall – Jurek Becker
wies darauf hin, dass es einen Zusammenhang mit der biblischen Geschichte von Jakob und
dessen Betrug an Esau gebe. In dieser wird beschrieben, wie Jakob den Segen des Erstgeborenen,
also den Vorzug vor seinem Bruder Esau durch eine Lüge erhält und damit am Ende
zum Wohle aller beiträgt. [.]

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