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Camus' Definition von Revolte und Revolution in "Les Justes"

GRIN Verlag,
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Kurzbeschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Romanistik - Französisch - Literatur, Note: 1,3, Universität Augsburg (Lehrstuhl für französische Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar Literatur des französischen Existenzialismus, Sprache: Deutsch, Abstract: [.] Par delà le nihilisme, nous tous, parmi les ruines,
préparons une.

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Hauptbeschreibung

Titel: Camus' Definition von Revolte und Revolution in "Les Justes"
Autoren/Herausgeber: Anne-Bärbel Kirchmair
Ausgabe: 1., Auflage

ISBN/EAN: 9783638214339

Seitenzahl: 22
Produktform: E-Book
Sprache: Deutsch

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Romanistik - Französisch - Literatur, Note: 1,3, Universität Augsburg (Lehrstuhl für französische Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar Literatur des französischen Existenzialismus, Sprache: Deutsch, Abstract: [.] Par delà le nihilisme, nous tous, parmi les ruines,
préparons une renaissance. Mais peu le savent.1
In diesen wenigen Zeilen scheinen bereits die Begrifflichkeiten auf, die Camus literarisches
Schaffen wie ein roter Faden durchziehen, Begrifflichkeiten, die unter dem Eindruck des
Zweiten Weltkrieges und der Okkupation sich formten und in der Nachkriegszeit an Schärfe
gewannen. Eindeutig negativ konnotiert wird die Revolution, entwickelt sie doch im Zeichen
eines verabsolutierten Geschichtsbegriffes eine unzähmbare Eigendynamik, der letztendlich
alles zum Opfer fallen muß. Wider diesen scheinbar unaufhaltsamen Ablauf erhebt sich die
Bewegung der Revolte als Fürsprecherin des Lebens, der Kreatur.
In der Situation des Nachkrieges sieht Camus den Umschlagpunkt erreicht, ab dem sich die
Revolte erneut manifestieren muß. Die Formulierung nouvelle révolte deutet auf die zyklische
Struktur seines Konzeptes hin, wonach die révolte dauerhafte, unwandelbare Ergebnisse nicht
zeitigen kann, sondern stets aufs Neue zu wagen ist.
Zitierte Textstelle gewährt Einblick in Camus Wahrnehmung seiner Zeit, einer Welt im
Schatten des beendeten und am Vorabend eines neuen Krieges. Die ausgehenden vierziger
Jahre bringen die Spaltung der Welt in zwei große Machtblöcke mit sich, deren jeder die
eigene Einflußsphäre auszudehnen sucht. Insbesondere die UdSSR schafft sich mit den
Satellitenstaaten des Warschauer Paktes eine eigene Hausmacht, der Kalte Krieg läßt die
Situation über Jahrzehnte erstarren. Der offensiven Außenpolitik der Sowjetunion entspricht
im Inneren eine Politik der Unterdrückung, der fortgesetzten stalinistischen Säuberungen. In
den Augen vieler Zeitgenossen diskreditiert sich der Kommunismus à la UdSSR selbst.
Angesichts einer Zeit der ideologischen Fixierung und Verhärtung ruft Camus nun zur
Erneuerung der révolte auf, meint damit aber sicherlich nicht ein wie auch immer geartetes
kriegerisches Aufbegehren. Der Ursprung liegt vielmehr im einzelnen Menschen selbst, der
einen Bewußtwerdungsprozeß zu vollziehen hat. In ihrer reinsten Form tritt – nach Camus
Kriterien – die Revolte in Gestalt des russischen Sozialrevolutionärs Kaliayev zutage, des
Protagonisten der Justes. Nach einer umfassenden Klärung und Abgrenzung der beiden
Begriffe Revolte und Revolution soll ihre Manifestation in genanntem Drama untersucht und
Camus Konzept einer kritischen Betrachtung unterzogen werden.
1 Camus, Albert, L’Homme révolté, Paris 1951, S. 376.

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