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Das Maß allen Lebens ist die Axt sagt der Baum

Wohlrab, Lutz,
Buch
12,00 € Preisreferenz Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

Martin Bernhardt war ein lebensdurstiger Mensch und ein melancholischer Dichter. Verlust und Tod waren seine bevorzugten Themen. Seit Beginn des Medizinstudiums in Greifswald wurde er von der Staatssicherheit beobachtet. 1985 wurde er aus politischen Gründen zu fünf Monaten Haft verurteilt. Erst nach dreijähriger Bewährung als Hilfskrankenpfleger durfte er sein Studium abschließen. Er wurde Facharzt für Neurologie/Psychiatrie und arbeitete zuletzt als Oberarzt in Ueckermünde, wo er sich mit 39 Jahren das Leben nahm. Dieses Buch enthält fast alle im Nachlass gefundenen Gedichte sowie einige seiner Mail Art-Karten.
'Überschaue ich Martin Bernhardts stolzes Leben von seinem jähen Ende her, spüre ich die Not, die diesen Sensiblen und Begabten in den Tod trieb. Von sich selbst verstümmelnden Verhältnissen gefordert, verhaftet und vom Studium ausgeschlossen, schien die Wende das ihm Angetane gutmachen zu wollen. Es genügte nicht; denn der Heiler war inzwischen selbst ein Kranker. Auf seinem Boddensegler den Lethestrom kreuzend, bleibt er uns Kapitän und Dichter des Dennoch.'
Richard Pietraß

Details
Schlagworte
Autor

Titel: Das Maß allen Lebens ist die Axt sagt der Baum
Autoren/Herausgeber: Martin Bernhardt
Weitere Mitwirkende: Richard Pietraß
Ausgabe: 1. Auflage

ISBN/EAN: 9783981429619

Seitenzahl: 80
Format: 21,4 x 15,2 cm
Produktform: Hardcover/Gebunden
Gewicht: 280 g
Sprache: Deutsch

Martin Bernhardt wurde am 22. Januar 1961 in Greifswald geboren und studierte dort ab 1980 Medizin. Er engagierte sich in der Studentengemeinde, fotografierte und schrieb Gedichte. Das hatte zur Folge, dass die Staatssicherheit auf ihn aufmerksam wurde. 1985 hatten Dietrich Buhrow und Lutz Wohlrab begonnen, ein Buch mit seinen Gedichten im Linoldruckverfahren herzustellen. Auf der Buchpremiere des zuvor von ihnen gedruckten Buches “FHUNDE und Gedichte von Fukarek“ kam es zur Verbrennung einer DDR-Fahne. Martin Bernhardt und Dietrich Buhrow wurden von einer Inoffiziellen Mitarbeiterin der Stasi verraten und wegen “Missachtung staatlicher Symbole” zu einer Haftstrafe von fünf Monaten verurteilt. Anschließend wurde Martin Bernhardt für drei Jahre vom Studium ausgeschlossen. Nach seiner Bewährung als Hilfskrankenpfleger wurde er Facharzt für Neurologie/Psychiatrie und arbeitete zuletzt als Oberarzt am Fachkrankenhaus für Forensische Psychiatrie in Ueckermünde. Am 24. Oktober 2000 nahm er sich das Leben.
Martin Bernhardt beteiligte sich seit 1985 am internationalen Mail Art-Netzwerk und initiierte 1987 das Projekt “Vom alten Adam zum neuen Menschen” für die Evangelische Studentengemeinde in Greifswald.
1991 erschien sein Aufsatz “Und das ist auch der beabsichtigte Effekt: die Anstiftung zum Verrat” in dem von Gilbert Furian herausgegebenen Band “Mehl aus Mielkes Mühlen”. 1996 erschien das erfolgreiche Buch “Zerfall & Abriß. Greifswald in den 80er Jahren” mit Fotografien von Robert Conrad, einem Bericht über die Zersetzungsmaßnahmen der Staatssicherheit von Lutz Wohlrab und Gedichten von Martin Bernhardt.

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