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Ein Problembär im Deutschen Wald

Eine Diskursanalyse des Falls 'Bruno der Problembär' im Kontext gesellschaftlicher Naturverhältnisse

Shaker,
Buch
24,80 € Preisreferenz Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

Betrachtet man rückblickend die politischen Diskussionen und vor allem das Medienecho, das die Ereignisse rund um den sogenannten Problembären 'Bruno' in den Monaten April bis Juni des Jahres 2006 erfuhren, so legt sich nicht nur dem erfahrenen Diskursanalytiker die Frage nahe, an welche bedeutsamen gesellschaftlichen Diskurse die Rezeption dieses Ereignisses wohl angeschlossen worden sein mag, woraus sich die Art der Rezeption erklären ließe.
Da es bislang an befriedigenden Erklärungsansätzen für das diskursive Gesamtphänomen mangelt, setzt David Freydank mit seiner ebenso spannenden wie erheiternden kommunikationswissenschaftlichen Untersuchung an genau dieser Frage an, um sie einer Antwort zuzuführen. In erster Linie bezogen auf den Mediendiskurs, in zweiter aber auch auf den politischen Diskurs entwickelt er in Behandlung seiner Kernfrage in Voruntersuchungen die zentrale Hypothese, an der orientiert er seinen Korpus aufbaut und seine Analysekonzeption entwirft: Dass nämlich 'die Rede über den Bären im Allgemeinen und die Rede über Bruno im Fall des Problembären im Konkreten den harten binären Reduktionismus von Mensch und Tier in Frage stellt'.
Das heißt, in der öffentlichen Rede über das Ereignis nimmt der Bär die Rolle eines Grenzgängers zwischen Mensch und Tier ein, sodass die Unterschiede zwischen dem Sprechen über Tiere und dem Sprechen über Menschen verwischt werden. Dies gerät dann einerseits in Konflikt mit dem mächtigen 'hegemonialen Wissen' und seiner 'klaren Trennung von Mensch und Tier', andererseits bringt es neue diskursive Strategien gegen den Bären hervor, die weiterhin seiner Ausgrenzung und Entrechtung dienen und schließlich auch seinen Abschuss erst ermöglichen. Seine zentrale Hypothese zu stützen, analysiert David Freydank also die 'diskursiven Deutungskämpfe um das Mensch-Tier-Verhältnis innerhalb des Falls Bruno der Problembär', und indem er dabei die unterschiedlichen Diskurspositionen und Diskursstrategien herausarbeitet, macht er uns erstmalig detailliert nachvollziehbar, wie Bruno der Problembär überhaupt zu einem derartigen diskursiven Ereignis werden konnte.
Mit der vorliegenden Untersuchung hat uns David Freydank allerdings nicht nur eine ausgezeichnete, auf sehr solide und entwickelte Kenntnisse der Diskursanalyse gestützte Betrachtung des in den Mittelpunkt gestellten Ereignisses geliefert; sondern es ist ihm durch die Anlage seiner Studie und durch den Aufbau seiner Argumentation in der Tat auch gelungen, uns an einem ganz konkreten Beispiel die Notwendigkeit der Überwindung eines essentialistischen Naturbegriffs sowohl für die Neubestimmung des Verhältnisses von Mensch und Natur als auch für die Entscheidung darüber, was unserer Gesellschaft als schützenswert gelten sollte, überzeugend vorzuführen.
H. Walter Schmitz

Details
Schlagworte

Titel: Ein Problembär im Deutschen Wald
Autoren/Herausgeber: David Freydank
Aus der Reihe: Essener Studien zur Semiotik und Kommunikationsforschung
Ausgabe: 1. Auflage

ISBN/EAN: 9783844028034

Seitenzahl: 106
Format: 21 x 14,8 cm
Produktform: Taschenbuch/Softcover
Gewicht: 147 g
Sprache: Deutsch

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