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Funktionale Eloquenz

Das Kölner Amerikahaus und die Kulturinstitute der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland

Buch
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Kurzbeschreibung

Wenn Gebäude Zeichen setzen sollen für die kulturelle Identität von Staaten und Gesellschaften, dann ist Sprachfähigkeit der Architektur in besonderer Weise gefordert. Während die Zeichensprache der Sakralbaukunst ihre Jahrtausende alten Chiffren in die säkularisierte Gegenwart hinüber gerettet hat, sind die alten Symbole für Nation, Volk, ethnische und zivilisatorische Zugehörigkeit durch Missbrauch vielfach suspekt, wenn nicht gar diskreditiert.
In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war dieses Problem in der jungen Bundesrepublik Deutschland besonders virulent. Im Spannungsfeld von drängender Notwendigkeit, die Altlasten des NS-Regimes zu überwinden und einer beinahe widerspruchsfreien Adaption und Assimilierung westlich-demokratischer Werte war auch die Architektur gefordert, sich adäquat zu positionieren.
Die Amerika Häuser, die als Orte der Begegnung Deutschlands mit der amerikanischen Lebenswelt konzipiert waren, sind Produkte dieser Konstellation, in der sich deutsche Nachkriegskultur und amerikanisches Selbstverständnis gleichermaßen widerspiegeln.
Nicht nur im Aspekt dieser zweifachen Orientierung unterscheiden sich die Amerika Häuser von den Staatenhäusern, mit denen sich die Nationen auf den Weltausstellungen und Kunstbiennalen zu präsentieren pflegen. Auch die Lage in der Dichte der Stadt mit ihren präjudizierenden Nachbarschaften und verpflichtenden historischen Bezügen prägen sie maßgeblich, wobei ortsbezogene, selbstständige Schöpfungen entstanden sind, die ihre jeweilige Eigenart unterschiedlichen Planungsvoraussetzungen und Urhebern verdanken. Es entstanden Einzellösungen für eine im Kern stets gleichbleibende Bauaufgabe, die beispielhaft die großen Spielräume der Stilwahl für öffentliches Bauen in den 1950er Jahren dokumentieren. Dieses Buch will anregen, solchen Spuren nachzugehen.
Heute – in Zeiten einer multimedialen Erreichbarkeit Aller und nach einem halben Jahrhundert stabiler deutscher Demokratie – ist der einstige Bildungsauftrag der Amerika Häuser obsolet, und ihr materielles Überdauern daher ungewiss oder gar chancenlos.
In einigen Fällen hat der kulturelle Auftrag Kontinuität erfahren, bei anderen Beispielen – so auch in Köln – sind die Einrichtungen einer neuen lebendigen Bestimmung zugeführt worden. Diese Umwidmungen werden im architekturhistorischen Zugriff als eine Form interpretatorischen Aneignens und Fortschreibens der einstigen Konzepte kommentiert, mag die Distanz für eine gültige Einschätzung der neuen Wirkungsabsichten auch noch fehlen.
Sonja Schöttler studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Deutsche Philologie an der Universität zu Köln. Seit Abschluss der Promotion 2007 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln und seit 2010 auch am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln tätig. Seit 2007 lehrt sie an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Restaurierung und Konservierung und führt Projekte in der Denkmalpflege durch. Veröffentlichungen zu architekturhistorischen Themen und denkmalpflegerischen Projekten, Tätigkeit im Kunsthandel und Übernahme restauratorischer Arbeiten.

Details

Titel: Funktionale Eloquenz
Autoren/Herausgeber: Sonja Schöttler, Norbert Nußbaum (Hrsg.)
Weitere Mitwirkende: Stefanie Lieb, Aline Miebach, Gabriele Paulix, Alfred Schäfer
Ausgabe: 1. Auflage

ISBN/EAN: 9783884623138

Seitenzahl: 228
Format: 30 x 24 cm
Produktform: Hardcover/Gebunden
Sprache: Deutsch

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