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Kurzbeschreibung

Dieses Buch ist eine Sammlung der Erinnerungen von Menschen, die ihre Kindheit und Jugendzeit in den Vor- und Kriegsjahren verbrachten. So unterschiedlich sie auch sind, verbindet sie ein und dasselbe: die Schicksalsschläge, die sie alle überstanden haben.
Manchmal vergessen sie, was gestern war. Dann aber kommen die Erinnerungen an diese Tage, bis ins kleinste Detail. Denn, die haben sich für immer tief in das Gedächtnis eingeprägt.
Verschieden und doch so ähnlich sind die Schicksäle der Russlanddeutschen, für die Russland nicht die Mutter, sondern die Stiefmutter war. Die Jahre der Deportation, des Hungers, der Armut und der Rechtlosigkeit waren besonders grausam für sie. Wie oft im Leben waren daneben Menschen, die das Recht hatten, ihre Kinder zu sein. Sie nennen sich Russen.
Aber ihr Verhalten den Russlanddeutschen gegenüber war grundverschieden. Einige waren so sehr vom Hass zerfressen, dass sie prügelten, Hunde auf die hilfslosen Menschen hetzten, oder sogar töteten. Das geschah in den Geschichten von Johannes Merkel, Ella Pfanstiel und Elvira Roos. Andere hatten Mitleid und teilten ihr letztes Stück Brot. Davon erzählen Paulina Maier, Alexander Strackbein und Frieda Hecker.
Das Gefühl der Menschlichkeit ist nicht an Nationalitäten gebunden. Ein Regime kann noch so grausam oder despotisch sein, es gibt immer mutige Menschen, die nicht nur ihr karges Brot sondern alles, was sie besitzen, mit Schwächeren teilen.
Die letzte Geschichte dieses Buches wurde der Suche nach dem Grab des Vaters von Karl-Josef Driessen gewidmet. Jeder Krieg hinterlässt tiefe Wunden. Sie heilen schwer. Die Menschen, die ihn überlebten, haben lebenslang daran zu tragen.
Die Zeit ist unerbittlich. Zeiger kann man nicht rückwärts drehen. Mittlerweiler sind aus diesen Jungen und Mädchen Großväter und Großmütter geworden. Wenn sie uns heute nicht über das Erlebte erzählen würden, wäre es morgen vielleicht zu spät. Und das, was sie erlebten, würde mit ihnen für immer verloren gehen. Sie überlebten den Krieg, die Deportation, die Flucht, das Arbeitslager, den Treck. Sie waren Zeugen der Zeit, die nichts über sie berichtete, weil sie damals nur Sklaven waren. Wer interessierte sich in diesem sowjetischen Fleischwolf schon für das Schicksal von Sklaven?
Viele von ihnen ruhen in der Kolyma, im Ural, in Sibirien und in Kasachstan. Aber die wenigen, die am Leben blieben, sind jetzt von diesen Erinnerungen erfüllt. Sie sind die wahren Zeugen jener Zeit, und ihre Lebenserfahrung ist für die nächsten Generationen wichtig.
Die Zeit ist unerbittlich und nur sie stellt alles an den richtigen Platz. Deshalb werden Geschichtsbücher öfters umgeschrieben. Das Pendel zeigt die Zeit an, so als ob es bis an unser Herz klopfen wolle, um uns noch einmal zu warnen. Sobald man die Vergangenheit vergisst, werden dieselben Fehler geschehen, die damals schon begangen wurden. Die Folgen dieses Vergessens sind oft fatal.
Dies sind die Erinnerungen derer, die fest in ihrem Gedächtnis das bewahrt haben, was Wirklichkeit war. Und genau das ist wertvoll für die Nachwelt.

Details
Schlagworte

Titel: Hauch der Zeit
Autoren/Herausgeber: Irina Paschkewitsch
Illustrator: Irina Paschkewitsch
Ausgabe: 1. Auflage

ISBN/EAN: 9783000191626

Seitenzahl: 224
Format: 17 x 24 cm
Produktform: Taschenbuch/Softcover
Gewicht: 460 g
Sprache: Deutsch

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