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Kleine Töne, meine Töne Pice note, mie note

51 Gedichte und ein Tagebuch

Drava,
Buch
19,80 € Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

Virgilio Giotti ist eine der interessantesten Gestalten der Triestiner Literatur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein dichterisches Werk hat in Italien bei zeitgenössischen Dichtern und bei der Literaturkritik ein bemerkenswertes und positives Echo gefunden, außerhalb Italiens ist es unbekannt geblieben. Das hat seine Ursache vor allem darin, dass Giotti einen Großteil seines Werks im Dialekt geschrieben hat.
Giotti wagte mit seinen in triestino geschriebenen Texten den Schritt vom »Komischen« der herkömmlichen Dialektdichtung zum »Sublimen«, das üblicherweise der hochsprachlichen Literatur vorbehalten ist. Er erarbeitete sich eine höchst persönliche, raffinierte und rational gefilterte Sprache, der nichts mehr volkstümlich Mundartliches anhaftet. In Giottis Gedichten lebt Triest: Triest als fantasma poetico (Pasolini) mit seinen Menschen, seinem Volksleben, den Vororten, dem Hafen, den Gassen, den kleinen Bars und Läden, mit seinem mar (Meer) und seinem ziel (Himmel), seinen Farben und Schatten …
Giottis Werk gliedert sich in vier Abschnitte, die den Sammlungen seiner Gedichte entsprechen: Piccolo canzoniere in dialetto triestino, Caprizzi, canzonete e storie, Colori, Sera und Versi. Von Sammlung zu Sammlung verlieren die für Giotti charakteristischen Farben allmählich ihre Leuchtkraft, verblassen, verlöschen … Und es bleibt in den letzten Texten nichts als der schlichte, verhaltene Grundton des Leids, die gelassene Verzweiflung des alten Mannes. Das Buch enthält außerdem seine Tagebuchaufzeichnungen Appunti inutili (Unnötige Notizen), die 1959 posthum erschienen sind. In einer dieser Notizen (6. 8. 1947) schrieb Giotti: »Wie schön wäre ein schönes Haus, ein Garten, sauber, ganz still, frisch; und dort denken und schreiben. Etwas, das ich nie gehabt habe und nie haben werde. Und wenn ich es heute plötzlich hätte, wäre mein Unglück um kein Gran geringer.«

Details
Schlagworte
Autor

Titel: Kleine Töne, meine Töne Pice note, mie note
Autoren/Herausgeber: Virgilio Giotti

ISBN/EAN: 9783854356981

Produktform: Buch
Gewicht: 253 g
Sprache: Deutsch, Italienisch

Virgilio Giotti, geb. 1885 in Triest als Virgilio Schönbeck. Vater Österreicher, Mutter Italienerin aus dem Veneto (deren Namen Ghiotto verwendete der Dichter für sein Pseudonym). 1907 Übersiedlung nach Florenz, um dem österreichischen Militärdienst zu entgehen. Veröffentlicht seinen ersten Gedichtband Piccolo canzoniere in dialetto triestino (1914). Lernt seine spätere Frau, eine Russin aus Moskau, kennen. 1919 Rückkehr der Familie mit drei Kindern nach Triest. Verkehrt in den Kreisen von Umberto Saba, Italo Svevo, Scipio Slataper, Giorgio Voghera, Bobi Bazlen, Biago Marin, Giani Stuparich. Arbeitete als Handlungsreisender, Zeitungs- und Buchhändler, später als Spitalsbediensteter.
Saba veröffentlicht 1920 Giottis nicht in triestino geschriebenen Gedichtband Il mio cuore e la mia casa. Weitere Werke: Caprizzi, Canzonete e Stòrie (1928), Colori (1941), Sera (1946), Versi (1953) Appunti inutili (1946–1955) (1959).
Giotti starb 1957 kurz nach dem Tod seines Freundes Umberto Saba. Erst 1986 erschien die kritische Gesamtausgabe seiner Werke: Opere. Colori – Altre poesie – Prose.
Hans Raimund, geb. 1945 in Petzelsdorf bei Purgstall an der Erlauf. Schriftsteller und Übersetzer. 1984 bis 1997 Lehrer in Duino bei Triest am United World College of the Adriatic. Veröffentlichte mehr als ein Dutzend Bücher mit Gedichten, Prosa und Essays sowie zahlreiche Übersetzungen.

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