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MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken

Heft 05 / Mai 2012

von
Klett-Cotta,
E-Book ( EPUB mit Adobe DRM )
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Kurzbeschreibung

Die Philosophin Beate Rössler sammelt Argumente für die Frauenquote. Aus Historikerperspektive geht Nina Verheyen den Ursprüngen des bürgerlichen Leistungsstrebens nach. Ein Computerprogramm, dass wie Bach und andere komponiert, stellt Harry Lehmann vor. Kathrin Passig denkt über die internetbasierten Self-Tracker nach. Und Otfried Höffe verteidigt die Geschichtsphilosophie.

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Schlagworte
Autor
Hauptbeschreibung

Titel: MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken
Autoren/Herausgeber: Christian Demand (Hrsg.)
Ausgabe: 1., Aufl.

ISBN/EAN: 9783608106244
Originalsprache: Deutsch

Seitenzahl: 97
Produktform: E-Book
Sprache: Deutsch

Christian Demand, Jg. 1960, Herausgeber des MERKUR, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).

Das Maiheft (Nr. 756) macht mit zwei Beiträgen auf, die unterschiedlichen Charakteristika der zeitgenössischen Arbeitswelt nachgehen. Zunächst plädiert die Philosophin Beate Rössler angesichts der massiven Unterrepräsentation von Frauen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst dezidiert für bindende Quotenregelungen. Die Historikerin Nina Verheyen wiederum untersucht, seit wann das individuelle Leistungsstreben als gesellschaftliche Tugend empfunden wird und wie es zu dieser Wertbesetzung gekommen ist.
Der Philosoph und Kunsttheoretiker Harry Lehmann stellt 'Emmy' vor, das faszinierende Projekt des amerikanischen Komponisten David Cope: ein Computerprogramm, das den Stil beliebiger Komponisten so täuschend nachahmen konnte, dass selbst Kenner die 'Werke' für Originale hielten. Lehmann zeigt, inwiefern dieses überraschende Ergebnis das landläufige Verständnis von künstlerischer Kreativität und Originalität in Frage stellt. Kenneth Minogues programmatisch anti-egalitärer Essay führt aus, weshalb jede am Ideal vollkommener Gerechtigkeit orientierte Politik tendenziell zu weniger Gerechtigkeit führt als eine, die lediglich die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Gesellschaft zu moderieren versucht. Bodo Mrozek bricht eine Lanze für den in letzter Zeit zunehmend in Misskredit geratenen Begriff des 'kollektiven Erinnerns', wobei er unter anderem gegen die Thesen argumentiert, die Egon Flaig im August vergangenen Jahres im Merkur stark gemacht hat.
Kathrin Passig erklärt in ihrer Internetkolumne, weshalb so viele Menschen 'Selftracking' betreiben, also aus allen Lebensbereichen Daten über sich sammeln – die den von Nina Verheyen beschriebenen Leistungstests des späten 19. Jahrhunderts nebenbei erstaunlich ähneln – und weshalb sie diese Daten so häufig öffentlich machen. Horst Dreiers Rechtskolumne geht der langwierigen und verwickelten Verfassungsgeschichte der Religionsfreiheit in Deutschland nach. Hans-Peter Müller erkundet, welche Spuren Max Webers Amerikareise im Jahr 1904 in seinem Werk hinterlassen hat. Und Cord Riechelmann stellt die soeben erschienenen späten Schriften des materialistischen Philosophen Louis Althusser vor.
Otfried Höffe bezweifelt, dass die Geschichtsphilosophie tatsächlich abgewirtschaftet hat, und empfiehlt eine erneute Auseinandersetzung mit Immanuel Kant. Der Politikwissenschaftler Stefan Schulz nähert sich dem politischen Phänomen der Piratenpartei und fragt nach den Gründen für deren momentanen Erfolg. Zum Schluss schließt die Psychoanalytikerin Vera Kattermann noch einmal indirekt an Bodo Mrozeks Beitrag an: Sie erläutert, welche psychoanalytischen Grundannahmen zwangsläufig mit ins Spiel kommen, wenn von 'kollektiver Vergangenheitsarbeit' die Rede ist.

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