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Max Stirner und Rudolf Steiner

Vier Aufsätze

Edition LGC,
Buch
6,00 € Preisreferenz Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

Die weitestgehende Zustimmung, die Steiner dem von Max Stirner progapierten absoluten Egoismus zuteil werden ließ, wird in der Regel ignoriert. Stirners Buch "Der Einzige und sein Eigentum" verdient nicht nur deswegen anthroposophischerseits Beachtung, weil Steiner nach eigenen Worten im ersten Teil seiner "Philosophie der Freiheit" den "philosophischen Unterbau für die Stirnersche Lebensauffassung" geliefert hat. Steiner legt, so Ballmer, die an Stirner entwickelte Idee der Wahrheit ("Wie man aus dem Welterkenner der Weltherrscher, aus dem Priester der Wahrheit der Herr der Wahrheit werden kann, das ist für ihn die Frage.") seinem eigenen Wirken zugrunde.
Insbesondere wer an der Anthroposophie die (schnell verstandene) "Christlichkeit" schätzt, wird mit Steiners positivem Verhältnis zu Stirner massive Probleme haben:
"Wir werden den Ernst aufbringen müssen, um einzugestehen, dass Rudolf Steiner von Max Stirner als von dem Manne spricht, der von den Verwaltern der äußeren Tradition als der erbittertste Feind des Christentums angesehen werden muss, von dem Manne, der sich selbst als Verächter und Gegner des Christentums versteht. Wer nicht zu sehen vermag, dass hier ein Problem von geistiger Weltbedeutung seine Lösung fordert, wer vor der Aufgabe der Lösung dieses Problems resigniert, belastet das einheitliche Werk Rudolf Steiners mit dem Odium des Selbstwiderspruchs. Kann man Max Stirner bejahen und Christentum begründen?"
Ballmer sieht in Stirners "Der Einzige und sein Eigentum" nicht weniger als das repräsentative Buch des 19. Jahrhunderts. Aus dezidiert anthroposophischem Blickwinkel liest er aus Stirner anderes und mehr heraus als nur eine "genialische Marotte" (Egon Friedell). Sein Resultat: "Die spekulative Philosophie ist Abendrot, Stirner mag uns Frühschein und Zwielicht eines neuen Tages bedeuten."

Details
Schlagworte
Autor

Titel: Max Stirner und Rudolf Steiner
Autoren/Herausgeber: Karl Ballmer, Peter Wyssling, Martin Cuno (Hrsg.)
Ausgabe: 1., Aufl.

ISBN/EAN: 9783930964246

Seitenzahl: 54
Format: 20 x 13,5 cm
Produktform: Taschenbuch/Softcover
Gewicht: 83 g
Sprache: Deutsch

Karl Ballmer (1891-1958) war ein Schweizer Kunstmaler und philosophischer Schriftsteller. Entscheidend für sein Leben und Werk war die Begegnung mit Rudolf Steiner, dessen unmittelbarer Schüler er einige Jahre lang war. Frustriert von der Dornacher Sektiererei ging er nach Hamburg, um "durch die Erwerbung eines umfassenden Fundus an Wissen auf philosophischem und sonstigen wissenschaftlichen Gebieten mir die zureichenden Grundlagen zu verschaffen für eine absolut selbständige Beurteilung der von Dr. Steiner aufgerollten Erkenntnis- und Wissenschaftsprobleme". Als Mitglied der Hamburgischen Sezession brachte er es auf malerischem Gebiet zu relativ großer Anerkennung, gehörte jedoch zur von den Nazis erfolgreich unterdrückten Generation der "Verlierer der Kunstgeschichte". 1938 flüchtete er ins Tessin. In der äußeren Zurückgezogenheit verfolgte er aufmerksam das politische und geistige Geschehen und entfaltete eine umfangreiche Korrespondenz- und Schreibtätigkeit.
Ballmers Hauptanliegen ist das Hindeuten auf das Lebenswerk Rudolf Steiners. Bis heute steht er allein auf weiter Flur in dem Bemühen, dieses Werk in der Einheitlichkeit wahrzunehmen, in der es geschaffen wurde. Das Spätwerk Anthroposophie verwirklicht das Frühwerk; aber das Frühwerk gibt auch eine Lesart der Anthroposophie, die mit allen „theistischen Zwangsträumen“ der „süchtigen Gemüter“ christlicher Provenienz aufräumen muss.
So wurde Ballmer für die anthroposophische Bewegung unweigerlich zum Häretiker. Für den unabhängigen Betrachter dagegen ergibt sich die Möglichkeit, den aus historischen Gründen in eine bunte Bilderwelt verpackten Weltanschauungsentwurf „Anthroposophie“ als die radikale Selbstverwirklichung eines modernen Menschen zu entdecken.
Siehe auch: www.edition-lgc.de

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