Erweiterte
Suche ›

Medizinische Versorgung und Heilwesen in den katholischen Siedlungsgebieten der "Schwäbischen Türkei" vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis 1945: Ein Beitrag zu einer "donauschwäbischen" Medizingeschichte

Shaker,
Buch
24,80 € Preisreferenz Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

Im 18. Jahrhundert wurden, insbesondere seitens der Habsburgischen Krone, aus verschiedenen deutschen Regionen Ansiedler für die Wiederurbarmachung brach liegender ungarischer und (süd)osteuropäischer Gebiete gewonnen. Der Schwerpunkt der vorliegenden medizinhistorischen Arbeit lag auf der katholischen Ansiedlung in der sich über weite Teile des heutigen Südungarns erstreckenden "Schwäbischen Türkei" mit den Komitaten Branau, Schomodei und Tolnau. Anhand der Analyse schriftlicher Zeugnisse und Archivalien sowie mittels Befragungen wurde untersucht, wie sich hier die gesundheitliche Situation und die medizinische Versorgung von der Erstbesiedlung bis zur Vertreibung der donauschwäbischen Population entwickelten. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass in den ersten Jahrzehnten der Ansiedlung vor allem Infektionskrankheiten, die auf schlechte hygienische Verhältnisse, verunreinigtes Wasser und Insekten zurückzuführen waren, hohe Mortalititätsraten nach sich zogen. Verbreitet war in der frühen Phase der Besiedlung beispielsweise das typhusähnliche "Fleckfieber", aber auch die entstellenden Blattern traten häufiger auf. Qualifizierte ärztliche bzw. pharmazeutische Versorgung der Siedler in der Schwäbischen Türkei fand, abgesehen von den wenigen Gemeinden mit städtischem Charakter, mithin auch in den Folgezeiträumen nicht statt. Es waren bis weit im 19. Jahrhundert nur wenige akademisch ausgebildete und geprüfte Ärzte sowie Apotheker im Untersuchungsgebiet ansässig. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbesserte sich die Situation unter anderem durch Maßnahmen im Impfwesen (Blattern). In dem vornehmlich landwirtschaftlich geprägten Untersuchungsgebiet spielten religiöse und abergläubische Vorstellungen bei der Behandlung von Erkrankungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Tätigkeit so genannter .Braucbweiber" und religiös-zeremonielle Akte zur Überwindung von Krankheiten konnten bis in das 20. Jahrhundert hinein belegt werden. Ein flächendeckendes System der Kranken- und Sozialversicherung bestand in den ländlichen Teilen der Schwäbischen Türkei selbst im 20. Jahrhundert nicht. Schwere Erkrankungen wurden damit zusätzlich zu einem schwer wiegenden wirtschaftlichen Risiko, da Kosten der Behandlung und Heilfürsorge selbst zu tragen waren. Nur bei AngestelIentätigkeiten in den städtischen Zentren machte sich die Einführung sozialversicherungsrechtlicher Elemente seit dem frühen 20. Jahrhundert positiv bemerkbar.

Details
Schlagworte

Titel: Medizinische Versorgung und Heilwesen in den katholischen Siedlungsgebieten der "Schwäbischen Türkei" vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis 1945: Ein Beitrag zu einer "donauschwäbischen" Medizingeschichte
Autoren/Herausgeber: Gün Mesut
Aus der Reihe: Aachener Dissertationen zur Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Ausgabe: 1., Aufl.

ISBN/EAN: 9783832266783

Seitenzahl: 86
Format: 24 x 17 cm
Produktform: Taschenbuch/Softcover
Gewicht: 125 g
Sprache: Deutsch

buchhandel.de - Newsletter
Möchten Sie sich für den Newsletter anmelden?


Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Lieber nicht