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TÜRKEI – Zentralanatolien und die Wunderwelt Kappadokien, Teil 1

Ihlara-Schlucht, Selime Klosterberg, Güzelyurt Sivisli Kilise, Eski Gümüs Kloster, Kaymakli Untergrundstadt, Soganli-Klostertal, Keslik-Kloster, Göreme, Cavusin, El Nazar Kilise

Wimmer, H,
DVD/Video
28,00 € Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

Ihlara-Schlucht, Selime Klosterberg, Güzelyurt Sivisli Kilise, Eski Gümüş Kloster, Kaymaklı Untergrundstadt, Soğanlı-Klostertal, Keşlik-Kloster, Göreme, Çavuşin, El Nazar Kilise

Details
Schlagworte
Hauptbeschreibung

Titel: TÜRKEI – Zentralanatolien und die Wunderwelt Kappadokien, Teil 1
Autoren/Herausgeber: Peter Wimmer
Aus der Reihe: Kulturreisen individuell

ISBN/EAN: 9783932533655

Produktform: DVD video
Sprache: Deutsch

Eine filmische Reisedokumentation im Breitbildformat, aus der Reihe „Kulturreisen individuell". Die Griechen nannten die Halbinsel östlich des Bosporus „Land des Sonnenaufganges“. Auf einer Fläche mehr als doppelt so groß wie die Bundesrepublik leben heute etwa 75 Millionen Menschen. 98 % der Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Seit der Staatsgründung als Republik Türkei, im Jahr 1923, ist das zentral gelegene Ankara die Hauptstadt. Die landschaftliche Vielfalt und die großen Kontraste zwischen fruchtbarem Agrarland, vegetationsarmer Steppe, tiefen Canyons und bizarrer Erosionslandschaft haben mich beeindruckt, ebenso die in den Fels geschlagenen sehr alten Mönchsklausen, Kirchen und Klöster. Die von markanten Gebirgsketten umklammerte Hochebene gilt als eine Wiege unserer Zivilisation. Die Ausgeglichenheit, Wärme und Hilfsbereitschaft der Türken hat mich überrascht und nachdenklich gestimmt. Mit Hochachtung und Dankbarkeit denke ich an viele wundervolle Begegnungen zurück, auch an den wohlduftenden Tee, den die Einheimischen „Tschei“ nennen. Die Türkei verfügt über ein vorbildliches Straßennetz und über eine Infrastruktur auf der Höhe der Zeit. Die Jugend ist angekommen in der globalen Medienwelt. Bei der älteren Generation gehören Pluderhosen und Kopftuch noch immer zum Alltag. Ich empfand darin keinen Bruch, im Gegenteil. In der Türkei begegnen sich Gestern und Heute auf Augenhöhe.
Die Ihlara-Schlucht zählt zu den großen Naturwundern Kappadokiens. Wie eine klaffende Wunde zerreißt der bis zu 150 Meter tiefe Canyon die baumlose Hochebene. Tief unten rauscht der Melendiz. Für die Mönche in den Kindertagen des Christentums war der ganzjährig Wasser führende kristallklare Urzeitstrom eine wahre Lebensquelle. In die senkrecht abfallenden Tuffsteinwände meißelten sie sich ihren Lebenstraum, ihr Schutz- und Rückzugsrefugium vor der profanen Welt. Es gibt nur wenige Städte in Kappadokien, aber viele Dorfgemeinschaften. Meist sind sie einfach nur gewachsen, entlang eines Verbindungsweges zwischen alten Höhlenbehausungen. Viele Jahrhunderte der Fremdherrschaft haben die Menschen dazu erzogen im Verborgenen zu leben. Unter den Osmanen, im 15. Jh., trauten sich die Höhlenbewohner ans Tageslicht. Erst seit dem 18. Jh. gibt es Steinbauten. Wuchtig und unnahbar türmt es sich über mir, das berühmte Felsenkloster von Selime. 1985 brachen große Felsabschnitte herunter. Der Aufstieg ist steil und nicht einfach. Die archaisch wirkende große Anlage des im 11. Jh. aus dem Fels geschnittenen wehrhaften Klosters Eski Gümüs ist beeindruckend gut erhalten. Der Name bedeutet „Altes Silber“. Im Kirchenraum halte ich die Luft an. Es wirkt, als würden vier schlanke Säulen ein hohes Bauwerk tragen. Sie sind sehr wirkungsvoll mit ornamentalen Blumenmustern geschmückt. Der Malstil der Fresken ist meisterhaft. Kaymakli Underground City, so wirbt der Ort für diese verborgene Welt. Dem Besucherstrom ausgeliefert hat es mich hineingespült. Acht Stockwerke besitzt diese Anlage, fünf sind bis in eine Tiefe von 35 Meter erschlossen. Die tatsächlichen Ausmaße sind nicht bekannt. Die Luft ist unangenehm stickig und heiß. Wie wird es damals gewesen sein? Man geht davon aus, dass sich etwa 3000 Menschen, darunter Alte, Kranke und Kinder im Licht von Fackeln und Kerzen über lange Zeiträume im Untergrund aufhielten. Gewaltige tektonische Kräfte, Erdbeben und Erosion haben das feste Ergussgestein des riesigen Tafelberges gespalten, aufgerissen und zerklüftet. Ebenso wie in der Ihlara-Schlucht haben sich Mönche zwischen den Flanken des Urgesteins wohl und sicher gefühlt. Das Soganli-Klostertal bietet, auch in architektonischer Hinsicht, Kostbarkeiten des frühen Christentums. Ich krieche durch Fluchttunnel, stehe in fensterlosen Räumen und staune über die Konstruktion der steinernen Rolltore. Das Refektorium des Keslik-Klosters sprengt alles, was ich bisher sah. Mehr als 25 Meter ist der Speisesaal in den Berg hineingetrieben worden. Beidseitig der mit bogenförmigen Öffnungen verzierten Trennwand konnten etwa 200 Personen Platz nehmen. Der einschiffige Kirchenraum der Stephanos-Kapelle aus dem 9. Jh. ist kunsthistorisch von großer Bedeutung. Die Ausstattung zeugt von der hohen Blüte der Sakraldekoration während des Bilderstreits, aber auch von dessen Ende, als sich die Bilderverehrung wieder durchsetzte. Hier schlummert eine wahre Perle des Christentums. Göreme gilt als die Kulturmetropole Kappadokiens. Die in Jahrmillionen entstandene Tuffsteinwelt erstreckt sich über 300 Quadratkilometer. Sie ist in dieser Dimension und Dichte einzigartig auf unserem Planeten.

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