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Ursula Bogner

SONNE = BLACK BOX

von
Fantôme Verlag,
Buch
27,00 € Preisreferenz Lieferbar in 2-3 Tagen

Kurzbeschreibung

URSULA BOGNER - SONNE = BLACK BOX
includes:
Book
Ursula Bogner - SONNE = BLACK BOX
Maas Media Verlag Vol. 43
ISBN 978-3-940999-25-2
+
Audio CD
SONNE = BLACKBOX
Voice and Tape Music by Ursula Bogner
faitiche05CD
www.fantome.de / www.faitiche.de
Introduction by / Einleitungstext von Jan Jelinek
furthermore authors / weitere Autoren:
Momus, Kiwi Menrath, Jürgen Fischer, Bettina Klein, Tim Tetzner, Andrew Pekler

Details
Schlagworte
Autor

Titel: Ursula Bogner
Autoren/Herausgeber: Momus, Bettina Klein, Jürgen Fischer, Tim Tetzner, Andrew Pekler, Kiwi Menrath, Jan Jelinek (Hrsg.)
Weitere Mitwirkende: Gundula Schmitz

ISBN/EAN: 9783940999252

Seitenzahl: 123
Format: 21 x 14,5 cm
Produktform: Taschenbuch/Softcover
Sprache: Englisch, Deutsch
Beilagen: 1 CD-Audio

Nahezu unglaublich, dass Ursula Bogner als Musikerin bis dato unentdeckt geblieben ist. Und genauso unglaublich, und doch wieder alltäglich, liest sich ihre Biografie.
In einem Flugzeug auf dem Weg nach Vlinius machte ich die Bekanntschaft mit Sebastian Bogner, den Sohn Ursulas, der, so erzählte er, auf Geschäftsreise sei und in der Pharmaindustrie tätig ist. Schnell kamen wir über den üblichen Smalltalk auf seine Mutter zu sprechen, die ‚auch mit Synthesizern musizierte’, allerdings rein privatistisch, in einem hierfür eigens eingerichteten Musikzimmer im elterlichen Wohnhaus. Das Interesse ihres Umfelds war gering, die Musik wurde als eines ihrer vielen exzentrischen Hobbys wahrgenommen. Denn vordergründig war Ursula Bogners Lebenswelt durch und durch bürgerlich: Pharmazeutin, Ehefrau, Mutter inklusive Einfamilienhaus. Umso bizarrer scheint ihre Obsession für elektronische Musik. Einer Obsession, die sie glücklicherweise dazu antrieb, ein eigenes Studio einzurichten, um dort zu experimentieren und Aufnahmen zu machen.
Gemessen an den üblich chronologischen Eckdaten, ist Ursula Bogners Biografie schnell erzählt: 1946 in Dortmund geboren und aufgewachsen, zog sie 19jährig nach Westberlin um Pharmazie zu studieren. Kurz nach dem Studium begann sie für den großen Pharmakonzern Schering zu arbeiten. Es folgten Heirat und Kinder, sowie eine erfolgreiche aber nicht Aufsehen erregende Karriere als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Konzern. Parallel dazu wuchs ihr Interesse an elektronischer Musik. Anfang 20 verfolgte sie die Aktivitäten um das Studio für elektronische Musik in Köln, besuchte Seminare des Studiogründers Herbert Eimert, begeisterte sich für Musique Concrète und teilte später mit ihren Kindern die Liebe zu englischen New-Wavepop. Doch Ursula Bogner war nie aktiver Bestandteil einer Szene, schien nicht ambitioniert, ihre Musik einer Öffentlichkeit zugängig machen zu wollen. Vielleicht war dies verschuldet durch eine Neugier, die sich bei weitem nicht auf die Musik beschränkte: Sie malte, druckte (2 ihrer Linoldrucke sind abgebildet) und war Anhängerin der Orgonomie Wilhelm Reichs, des bizarren Spätwerks des Sexualforschers und Psychoanalytikers, dessen Erkenntnis in der Entdeckung der ‚Orgonenergie’ lag. Einer spezifischen über die Sonne abgegebenen Energie, die Reich für Heilzwecke zu bündeln, bzw. mittels einer von ihm entwickelten Apparatur zu sammeln versuchte. Folglich wurden diese aus Holz und Metall konstruierten Kabinen ‚Orgonakkumulatoren’ genannt. (s. Abbildung) Inspiriert durch mehrere Reisen nach ‚Orgonon’ in Maine, USA‚ der ehemaligen Arbeits- und Wohnstätte Wilhelm Reichs, baute auch Ursula Bogner sich solch einen Akkumulatoren. Er befand sich im Garten der Familie. Spätestens hier drängt sich ein Verdacht auf, den Sebastian Bogner zu bestätigen weiß: Seine Mutter war durch und durch affin fürs Esoterische. Berge von New Age Literatur und grenzwissenschaftlichen Arbeiten waren Bestandteil des Bognerischen Alltags. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass sie sich zugleich immer auch als Mitarbeiterin des Schering Konzerns in einem Wissenschaftskanon bewegte. Auch ihre Kompositionen besitzen wenig Nähe zur Esoterik, haben vielmehr Studien- und Skizzencharakter, sind zugleich humoristisch, und in Bezug auf ihre Biografie eher albern, als irgendeiner Mystik oder Wissenschaft verpflichtet. Nichtsdestotrotz fällt es schwer, ihr Werk als Ganzes zu greifen. Man kann sagen, dass sich über 20 Jahre hin eine große Bandbreite anhäufte, und dementsprechende enorm ist die Fülle ihrer Arbeit.

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